Die Vorschläge Russlands sind glatt akzeptabel

Als sich vor Jahresfrist die Präsidenten Putin und Biden zu einem Telefonat einfanden und als kurz vorher die Russische Föderation forderte, sie wolle von den USA „rechtsverbindliche Garantien“ für eine friedliche Koexistenz zumal in Europa, rätselten viele, was denn diese Garantien essentiell enthalten sollten.

Dann legte die russische Seite einen kompletten schriftlichen Entwurf vor, dann gab es

Präsident Putin: „Wir wollen jetzt endlich rechtsverbidlche Garantien vom Westen“.

ein paar Tage der Ruhe – nur NATO-Stoltenberg, EU-Kommissionär Borrell und die deutsche Außenministerin Baerbock krähten wie gewohnt ihre russophoben Parolen heraus -, dann lagen international Übersetzungen vor und siehe da: Die russische Seite hat etwas aufgeschrieben, was in seiner potentiell friedensstiftenden Substanz wirklich bemerkenswert ist.

Die wohl am meisten herumgereichte deutsche Übersezung wurde vom Ostinstitut / Wismar herausgegeben und kann hier heruntergeladen werden.

Natürlich, das ist ein in sperrigem Diplomatensprech gehaltener Text. Jedoch kann jeder und jede mit etwas Mühe das Gehaltvolle an den Überlegungen aus dem Kreml finden und sich auch erklären, warum dagegen die USA keine wirkliche Friedensperspektive zu bieten hat.

Der verdienstvolle Thomas Röper (St. Petersburg / Russ. Föderation), der Herausgeber von  ‚Anti-Spiegel.ru‘, bewertet die diplomatische Offensive der russischen Regierung vor dem Hintergrund der seitens des USA-, NATO- und EU-Spitzenpersonals bewußt überhöhten ‚Ukraine-Krise‘ und der Entwcklung seit Dezember 2021.

Thomas Röper faßt den Vorschlag aus dem Kreml-Papier in einem Artikel mit dem Titel „Die Chronologie: Wie die USA rund um die Ukraine den dritten Weltkrieg riskieren“, so zusammen:

  • Keine NATO-Militärmanöver nahe der russischen Grenze, keine russischen Militärmanöver nahe der Grenze zu NATO-Staaten

  • Keine Stationierung von atomwaffenfähigen Mittelstreckenraketen in Europa, also auch im europäischen Teil Russlands

  • Keine Stationierung von Atomwaffen außerhalb des eigenen Landes (was auch einen Abzug der amerikanischen Atomwaffen aus Europa bedeuten würde)

  • Keine Bomber so nahe an der Grenze des anderen patrouillieren lassen, dass ein Angriff möglich wäre

  • Keine Kriegsschiffe so dicht an die Grenze des anderen bringen, dass sie ihn mit Raketen angreifen könnten

  • Rückkehr zur NATO-Russland-Grundakte, die eine dauerhafte Stationierung von NATO-Truppen in Osteuropa verbietet

Diese russischen Abrüstungsvorschläge werden bei eher russophob eingestellten Menschen hierzulande sicher hier und da ein Schamgefühl für die eigene Orienterungslosigkeit herbeiführen. Auch diese Leute merken ja langsam, dass die russischen Vorschläge mindestens genau das enthalten, was an Vereinbarungen für eine Perspektive Europas ohne Krieg vonnöten ist. D.h. sie merken es wohl eher erst dann, wenn die Leitmedien hier ihre breite Blockade darüber revidieren. Da bleibt also noch Hoffnung.

Was aber haben jene Regierungsstellen des ‚Wertewestens‘ im Sinn, die angesichts dieser profunden Vorschläge der russischen Seite auf Zeit spielen und seit Wochen erstmal nichts sagen?



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