Am 25.11. nach Berlin zu gehen, macht eher keinen Sinn

Wer ist das eigentlich, der für den 25.11. in Berlin eine Friedenskundgebung ankündigt ? Ein irgendwie ‘linksliberales’ Bündnis nennt man das wohl und dazu noch eines, was in Sachen Krieg und Frieden auf keinen Fall Ross und Reiter nennen will.
Es wurde dazu ein Appell (vgl. hier) herumgereicht,  dessen Herausgeber in einer “Ukraine Intiative – Die Waffen nieder” bisher öffentlich nicht in Erscheinung getreten waren.  Die Lektüre dieses Appells legt nahe, man sucht für besagte Friedenskundgebung eher nach einem abgehobenen und das Konkrete meidende Auditorium.  Denn die dort enthaltenen Allgemeinplätze lassen keinen anderen Schluß zu.

Die Staatsräson läßt eine Kritik an diesen beiden Frontkämpfern des ‘freien Wertewestens’, Selenski und Netanyahu, nicht zu. Die geplante Kundgebung am 25.11. in Berlin auch nicht?

So fällt auf, daß der derzeit alles dominierende martialische Feldzug der israelischen Machthaber mit all seinen Kriegsverbrechen gegen die Palästinenser im genannten Friedensappell gar nicht vorkommt. Und es scheint, als ob die Förderer des Appells die vielen Solidaritätsbekundungen mit Palästina und seinen gewählten Organisationen der letzten Wochen eher fürchten und auch die Anklagen gegen den Apartheitsstaat Israel auf Straßen und Plätzen im Lande.

Der Appell läßt auch andere friedensrelevante Themen vollständig außen vor: Waffenlieferumgen in die Ukraine, das Vasallentum der Ampelkoalition gegenüber USA und NATO, russo- und sinophober Meinungsterror, Förderung von Flüchtlingselend mit Verarmung der Städte und Gemeinden, Deindustrialisierung Deutschlands, allgemeine Verarmung wegen monströser Energiekosten infolge Wirtschaftskrieg gegen Russland.

2022 im Oktober. Schöne Friedernsdemo in Hannover, ein paar Tausend Leute, viele verschiedene Stimmen, auch die Initiative ‘Frieden mit Russland’ (vorne mit russ. Trikolore). Staatsräson aber kam nicht gut an…

Statt solcherart ins Volle zu greifen, statt sich der Botschaften von Friedensaktivitäten der letzten Monate in Berlin, Magdeburg, Leipzig, Dresden, Halle, Dessau, Neubrandenburg, Wittenberge und meinetwegen auch in Köln, Düsseldorf und Hannover anzunehmen, wo die genannten Themen Grundlage von Protest waren und sind, basteln sich die Autoren des Appells eine ganz andere, eben eher ferne Sicht auf die Dinge.
Denn täten sie dies nicht, müßten sie ja ganz eindeutig gegen die Verkündung von Staatsräson pro Israel durch Scholzens Ampel Stellung nehmen und gegen die fortgesetzten Waffenlieferungen in die Ukraine (“Kämpfen bis zum letzten Ukrainer!”). Aber genau das machen diese Liberalen nicht, Kriegsverbrechen der schlimmsten Art hin oder her.

Die Aktivitäten in den eben genannten Städten sind auch ausdrücklich nicht gemeint, denn der Appell spricht stattdessen in seinem Prolog von Bürgerinnen und Bürger”, die sich “wieder stärker in die politischen Auseinandersetzungen einmischen” sollen. Dies wiederum läßt den Schluß zu, den vorlauten Friedensaktivisten vor allem in Ostdeutschland nimmt man die Friedenssehnsucht gar nicht ab. Stattdessen sind offenbar die bereits abgewirtschafteten irgendwie ‘rot-grün-roten’ Bündnisse gemeint und das linke Verlierermilieu.

Die transatlantisch orientierte Ampelregierung darf sich freuen, denn eine Friedensbewegung, welche die Probleme der Zeit gar nicht aufs Korn nimmt, hat zu recht keine Zukunft.

In direktem Zusammenhang mit der seltsamen Zurückhaltung, was die Waffenexporte in die Ukraine betrifft, steht diese ulkige, geschichtsvergessene Ablaßformel vom angeblichen “russischen Angriffskrieg” gegen die Ukraine im Text des Appells.

Von der Haltlosigkeit dessen war schon häufiger die Rede: Wir lange hätten die täglichen Artilleriebombardements der Ukraine gegen  den ethnisch-russischen Donbass in jenem Februar 2022 bitte noch dauern sollen bis die Russ. Föderation hätte zurecht intervenieren dürfen ? Wieviel Tote und Verwundete im Donbass und der ganzen Ukraine seit 2014 sollen denn gerade noch hinnehmbar gewesen sein, damit die Ablaßformel vom “russischen Angriffskrieg” entfällt ?

Es muß doch jedem friedliebenden Menschen klar sein: Das Schutzbedürfnis der Menschen im Donbass ließ eben nicht weitere Hunderte und Tausende von Getöteten und Verletzten zu. Merken denn die Förderer des Appells, diese spezielle Art von “Angriffskriegern”, nicht, wem sie auf den Leim gehen?

Zu solcher Art “Angriffskriegern” zählt übrigens auch Ex-Kanzlerin Merkel. Die hatte seit 2014 allerdings ihren Auftrag, nämlich – inzwischen eingestandenermaßen – die Minsker Vereinbarungen hinzuziehen, bis die NATO ihren Frontstaat Ukraine waffentechnisch ordentlich hergerichtet hatte.
Gehört diese Frau, wie es im Appell lammfromm und naiv heißt, etwa auch zu jenen, die im Vorfeld des Krieges in der Ukraine “Warnungen ignoriert und Lehren zur Kriegsvermeidung missachtet”  habe.

Längst ist jene Ablaßformel ja auch Teil der Staatsräson und nur mit dem Risiko der Bestrafung (§130 u. 140 StGB) darf ihr ausdrücklich widersprochen werden. Einige hundert Strafverfahren sind wohl bereits anhängig oder sogar schon entschieden. Die Förderer dieses Appells machen sich also nolens-volens und wider besseren Wissens über die offenkundige Faktizität der jüngeren Geschichte mitverantwortlich für die genannte “Angriffskrieg”-Schlußfolgerung. Das ist Ausdruck eines miesen Opportunismus und der liegt komplementär zu den Bedürfnissen der einschlägigen Dienste, die sich bei der “Ukraine-Initiative” und ihrer Förderung sicher auch erkenntlich gezeigt haben dürften.

Geschichtsvergessenheit spielt in besagtem Appell auch an anderer Stelle eine Rolle. So heißt es dort: “Es ist höchste Zeit für eine Friedenspolitik in der Ukraine, in Europa und weltweit (…)”.
Glauben die Herrschaften des Appells denn allen Ernstes, das Nazi-Regime in der Ukraine habe sich im Auftrag der und ausgerüstet durch die NATO die militärischen und politischen Niederlagen selbst zugefügt ? Das Scheitern dieses Regimes in diesen Tagen fällt doch ganz gewiß nicht vom Himmel !

Mehr kann an dieser Stelle dazu nicht ausgeführt werden …

Immerhin, heute haben die ethnisch-russischen Menschen im Osten der früheren Ukraine wenigstens die Hoffnung auf eine Zukunft ohne Krieg und Zerstörung. Dies haben sie mit denen in der Mitte Europas Anfang des Jahres 1945 gemein. Die Anti-Hitler-Koaltion stand nach der Ardennen-Offensive und dem Aufmarsch des sowjetischen Militärs an der Oder kurz davor, den Hitler-Fachismus und seine Wehrmacht zu zerschlagen. Auf diesem Hintergrund ist es vollkommen falsch, wenn die Förderer des Appells in zweifelhafter sektierischer Akzentuierung mit einem Willy-Brandt-Zitat “Der Frieden ist nicht alles, aber alles ist ohne den Frieden nichts (…)“ aufwarten.

Die Leute im Donbass z.B. waren spätestens ab Februar 2022 eher zufrieden mit der Aussicht, es werde bald möglich sein, ohne tägliche Gefährdung durch die Nazis aus Kiew, ein auskömmliches und hoffnungsfrohes Leben führen zu können, obwohl Krieg und Gewalt ja noch immer anhalten. Geradezu ‘linksradikal’ ist es, diesen Moment der Hoffnung in Abrede zu stellen (“…ohne Frieden ist alles nichts!”).

Und ganz sicher werden sich diese Menschen heute nicht mit der albernen Losung “Ukraine Initiative – Die Waffen nieder!” einverstanden erklären. Hätten denn die Alliierten die Nürnberger Prozesse gegen Göring & Co. führen können, wenn sie 1945 in Aachen oder an der Oder stehen geblieben wären ? Sie hätten so noch nicht einmal z.B. das KZ in Bergen-Belsen befreien können.

Die Kundgebung in Berlin soll, das halluzinieren ein paar Gutmütige auch im Umfeld der Initative ‘Frieden mit Russland’  in einer Art esoterischer Generalklausel, zu einem “Kristallisationspunkt” einer zu erneuernden Friedensbewegung werden. Was aber soll sich denn und woraus neu herauskristallisieren? Aus diesem wirren Appell ? Friedensaktivitäten sind ja bereits recht umfangreich und vielversprechend vorhanden, gefallen dem Appell aber nicht, weil der irgendwie mehr Rücksicht auf ‘rot-grün-rot’ will. Deswegen starten dessen Förderer dieses ganze Unterfangen mit überholten Ritualen linker Verliererstrukuren.

Im Februar diesen Jahres bei Schwarzer/Wagenknecht mußten diejenigen, die mit russischer Trikolore-Flagge dabei waren und ihre Solidarität mit Russland auf diese Art zum Ausdruck brachten, mit allerlei Verboten und mit militanter Gegenwehr des örtlichen linksliberalen Ordnungsdienstes rechnen. Wird es dieses Mal auch die Sympathisanten des palästinensischen Widerstands erwischen?

Ich selber würde viel lieber zu friedenspolitischen Aktionen nach Wittenberge, Magdeburg oder Hannover gehen. Am 25.11. nach Berlin zu gehen, macht eher keinen Sinn !

‘tibursein’, Aktiver der Initiative ‘Frieden mit Russland’ im Nov. 2023

 


Leider wollen Anhänger der esoterischen Theorie von “Kristallisationspunkten” in unserer Initiative derzeit nicht die Gelegenheit zur Werbung für den 25.11. in dieser website ergreifen. Wie man hörte, gefällt ihnen der Appelltext auch nicht.

Gleichwohl gilt: Wie immer freuen wir uns auf Meinungsäußerungen, Anregungen und Kritik via info@frieden-mit-russland.com.



Kategorien:Aktuelles