8.Mai 1945 – 8.Mai 2021: Kein würdevolles Gedenken ohne den Blick auf das Hier und Jetzt

In Hannover gab es anläßlich des Tages der Befreiung von Krieg und Faschismus am 8.Mai eine Gedenkkundgebung am Mahnmal für die Insassen des ehemaligen Gerichtsgefängnisses in der Innenstadt. Es versammelten sich dort etwa 100 Teilnehmer. Die Initiative Frieden mit Russland war Teil des veranstaltenden ‚Bündnis 8.Mai‘. Für die Initiative sprach dort Frank Braun. Wir geben im Folgenden seinen Redebeitrag wieder.

Liebe Friedensfreundinnen, liebe Friedensfreunde,

ein Tag des würdevollen Gedenkens muß auch ein Tag sein, an dem der Blick auf das Hier und Jetzt gerichtet ist.

Mit dem 8.Mai ist ja der Überfall der Nazi-Wehrmacht auf die Sowjetunion verbunden und was gerade jetzt als US-/NATO-Manöver im Baltikum, im östlichen Balkan und in der Ukraine vor sich geht, hat auch etwas von einem Überfall. Und wieder dabei: Die neue deutsche Wehrmacht – aktiv und ganz vorne an der Front.

Vor drei, vier Wochen sah das ganze Unterfangen da an der russischen Westgrenze und am Schwarzen Meer sehr kritisch aus. Denn bereits seit Februar konzentrierte das ukrainische Militär mit markigen Sprüchen seine Ressourcen an der Grenze zu den Volksrepubliken im Donbass und zur Krim. Der ukrainische Generalstabschef Chomtschak äußerte seinerzeit: „Wir sind bereit zum Angriff gegen Russland !“. Man erhöhte den Beschuss auf Donezk und Lugansk und wollte wohl unbedingt eine Intervention von NATO und EU herbeiprovozieren.

Der offenbar inzwischen geradezu kriegsgeile Präsident der Ukraine, der Schauspieler Selenski, versucht sich als willfähriger Wadenbeißer im Sinne von USA und NATO gegen die Russische Föderation. Er ließ großmäulig ankündigen, wenn NATO und EU eine Mitgliedschaft der Ukraine nicht akzeptieren wollen, müsse man in Kiew den Weg eigener Atombewaffnung gehen !

Mir fällt dazu ein: Es ist gut, daß die russ. Föderation Anfang April scharf und angemessen auf diese Inszenierung reagiert hat. Solche Leute wie Selenski gewähren zu lassen, kann für Frieden in Europa nicht förderlich sein.

Paradox war dann aber die Retourkutsche aus dem Westen: Die Verlegung russischer Truppen an die Grenze zur Ukraine als Antwort eben auf deren provokatorischen Verhalten bezeichneten USA, NATO und EU als aggressiven Akt. Man vertauscht da immer gerne Ursache und Wirkung getreu dem bisherigen Motto der Repräsentanten des Westens „Russland ist an allem Schuld.“

Der 8.Mai ist auch der Tag, wo wir einen Blick auf heutige Formen faschisticher Bewegung richten müssen, auch da Beispiele aus der aktuellen Ukraine: Die Epigonen der SS-Ehrendivisionen ‚Galizien‘ gehen Ende April in Kiew auf die Straße und lassen sich feiern. Oder: Der ehemalige Anführer des ‚Rechten Sektor‘ in Odessa und Mitverantwortliche für das Inbrandsetzen des vollbesetzten Gewerkschaftshauses dort in Odessa mit 48 Todesopfern, der feine Herr Sternenko, wird aus einer Bewährungsstrafe heraus von Selenski zum Regionsminister ernannt.

Oder: Die OSZE, gewiss keine Russland freundliche Angelegenheit sondern klar dem Westen zugeneigt, konfrontiert Mitte April ihre westlichen Gönner mit dem Hinweis, daß nahezu alle ihre teuren Beobachtungsdrohnen an der Trennungslinie zu den Donbass-Republiken vom ukrainischen Militär navigationsunfähig gemacht oder sogar abgeschossen wurden. Reaktion in Berlin und Paris ? Fehlanzeige.

Die Neonazis dort in der Ukraine sind ganz offensichtlich integrierter Teil der aktuellen politischen Realität dort und sind auch Teil der herrschenden Meinungsmache.

Wir, die wir hier stehen und erst recht die Mehrheit der Deutschen wissen leider von den Selenski-Provokationen nichts oder nicht viel. Frau Merkel und Herr Maas und die große Koalition der Leitmedien kehren unter den Teppich, was das Zeug hält. Dabei gehören diese beiden und all die anderen ‚Transatlantiker‘ seit Jahren zur Gruppe der Hauptgönner von Selenski und dessen Vorgänger Poroschenko.

Es ist deren Haß auf Russland, der sie hoffen läßt, daß alles,was Russland schadet eben auch gut für die eigenen Interessen ist. Und da haben sie seit einiger Zeit in Gestalt der Grünen auch neue Bündnispartner an der Seite. Die nämlich haben ja ihre NATO-Meriten schon im Jugoslawien-Kriegsgang 1999 verdient – mit Josef Fischer an der Spitze als erfahrenem Ostlandreiter in Sachen Russophobie.

Und auch manche aus der ehemaligen Friedensbewegung, die sich lieber um Gendersternchen bemühen als um virulente Kriegsherde gegen Russland und China, kneifen bei dem, was da im Osten Europas vor sich geht, sämtliche Augen zu.

Im Sinne von ‚Frieden mit Russland‘ und in Erinnerung an den 08.Mai 1945 müssen wir alle wieder unter die Leute, wir müssen auch unsere persönlichen Verteiler nutzen, um Infos aus der Ukraine und Osteuropa zu verbreiten. Wenn die Menschen im Donbass und auf der Krim abgeräumt werden, wenn die Russische Förderation hoffentlich rechtzeitig zu deren Verteidigung antreten wird, dann müssen wir mindestens solche Konstellationen bekannt machen und darüber beraten können.

Wir von der Initiative ‚Frieden mit Russland‘ glauben natürlich nicht, daß wir im Wettbewerb gegen die ganz große russophobe Koalition und ihren Leitmedien hierzulande ernsthaft etwas ausrichten können. Wenn aber die Menschen hier im Land ahnen, daß eine kriegerische Entwicklung dort, einmal in Gang gesetzt, vor den Toren Zentraleuropas nicht Halt machen wird, dann reichen schon kleine und kleinste Beiträge von Opposition und Widerspruch.

Die Initiative ‚Frieden mit Russland‘ stellt zu diesem Zweck ihren Internetauftritt zur Verfügung. Meldet euch beim Newsletter-Empfang unserer website. Es wäre doch zu erbärmlich, wenn, wie vor drei Wochen, alles nach ’sehr ernster Lage‘ aussieht, aber niemand hier weiss etwas konkret davon.

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.

 

Flyer der Initiative zum 8.Mai gerne auch zum Weiterleiten …



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