Ist verdächtig, wer für Frieden eintritt?

So komisch diese Frage im Titel klingt, aber es häufen sich die Versuche, die schwache aber immerhin noch vernehmbare Friedensbewegung hierzulande zu kanalisieren oder überhaupt zu beenden.

 

Kurz vor Ostern, in Erwartung von Friedensdemonstration, meldeten sich die Spitzenpolitiker von Ampel und Opposition zu Wort: Wir Bürger sollten uns beim Eintreten für den Frieden ja nicht falsch orientieren. Kanzler Scholz, Oppostionsführer Merz und Kinderbuchautor Habeck meinten unisono: Wer Frieden will, darf nichts zum Genozid der Israelis gegen die Palästinenser sagen, das sei antisemitisch. Und man darf erst recht nicht gegen weitere Waffenlieferungen der NATO an die Adresse der Kiewer Neo-Nazis sein, denn es sei besser, dafür noch ein paar Milliarden Euro mehr zu spendieren. Bei Zuwiderhandlung müsse man sich in beiderlei Hinsicht den Vorwurf des Rechtsextremismus gefallen lassen.

Bei so viel dummdreister Propaganda liessen es viele Friedensbewegte gleich ganz sein, erschienen überhaupt nicht und wollten damit partout nicht der vorgegebenen Regierungslinie in Sachen ‚Frieden‘ auf den Leim gehen. Denn unter der Losung „Gegen Rrächts!“ und unterstützt von den russophoben öffentlich-rechtlichen Medien bzw. den großen marktbeherrschenden Zeitungen war von einer den Realitäten zugewandten Friedensbewegung fast nichts mehr zu entdecken.

Fast! Denn an mehreren Orten ging für die Regierungewalt etwas schief. Es liessen sich z.B. beim Kommunalwahlkampf in Sachsen die Menschen um das Bündns ‚Freie Sachsen‘ (vgl. hier der telegram-Kanal) nicht nehmen, auf den engen Zusammenhang zwischen fehlenden bezahlbaren Wohnungen, fehlenden Kindergartenplätzen sowie weiter steigender Energiekosten einerseits und dem Krieg in der Ukraine andererseits hinzuweisen.

Und auch im Einzugsbereich der ‚Mitteldeutschen Zeitung‘ (MZ) in Sachsen-Anhalt unter deren Überschrift „Mitlaufen für den Frieden“ lief es nicht glatt. Dort reichten die redaktionellen Warnungen vor der regierungsoffiziell verkündeten angeblichen Gefahr des Rechtsextremismus keineswegs, um diese glaubwürdig herauszuputzen. Ein Leserbrief der agilen ‚Handwerker für den Frieden‘, inspiriert  vom Kreishandwerksmeister K. Krökel aus  Dessau-Roßlau genau zu diesem Thema, brachte es auf den Punkt. Dort heißt es  u.a.:

„Frieden ist verdächtig, und wer für ihn eintritt, scheint erst recht nicht ganz geheuer zu sein. Es scheint Tradition bei deutschen Meinungsmachern zu sein, dem Frieden mit Vorbehalt gegenüber zu stehen. Diesen Eindruck könnte man bei dem Beitrag der MZ gewinnen. Aber was ist am Frieden so schrecklich? Nützt er nur Russland und Putin oder nützt er nicht auch uns? Wäre es ein Schaden für Deutschland, wenn die Milliarden in den Wohnungsbau flössen statt in die Munitionsfabriken? Wäre es ein Schaden für Deutschland, wenn mit dem Geld die Armut an den Tafeln gelindert würde? Was also ist so verwerflich am Frieden? Nur weil vielleicht die Falschen bei den Demonstrationen mitlaufen? Ist der Frieden nur für die Guten da, für die Richtigen? Haben nicht auch jene ein Recht auf ein Leben in Frieden, die die MZ als Rechtsextreme bezeichnet? Sollen wir nach dem großen Krieg friedlich, aber tot neben denen in der großen Grube liegen, mit denen wir zu Lebzeiten nicht zusammen für das Leben hatten kämpfen wollen? Der Autor des Beitrags scheint mehr Angst vor Rechtsextremen zu haben als vor Krieg und Tod. Erwartet er, dass die Friedensbewegung bei jedem Demonstrationsteilnehmer eine Gesinnungsprüfung vornimmt? Macht denn die MZ bei jedem zahlenden Inserenten, Abonnenten oder Leser eine solche Abfrage, ehe sie dessen Geld kassiert?

August 2022; die ‚Handwerker für den Frieden‘ riefen u.a. in Dessau zu einer Friedensdemo auf und es kamen viele. Vgl. dazu unseren damaligen Beitrag unter  „Ermutigend: „Schluß mit den Sanktionen…“ am 28.08. in Dessau – voller Erfolg“

 

Es lohnt sich, den Leserbrief der Handwerker (vgl. hier) in Gänze zur Kenntnis zu nehmen . Er spiegelt überzeugend die ganz einfache Friedenssehnsucht der ganz einfachen Leute wider, die sich auch nicht von provinziellen redaktionellen Oberlehrern bei deren Verkündigung von Regierungsauflagen beeindrucken lassen wollen.
Die Handwerker hatten auch letztes Jahr mit ihrer Konferenz zum Ukraine-Krieg einen Erfolg zu vermelden. Der Konflikt war schon damals weit fortgeschritten und die NATO war schon damals bereit, bis zum letzten Ukrainer kämpfen zu lassen. Wir, die wir als Gäste in Dessau vor Ort waren, bemerkten, daß so manch einer, konfrontiert mit der Geschichte diese Konflikts seit 2014 an der geschichtsvergessenen Propagandalosung vom „russischen Angriffskrieg“ zu zweifeln begann. Vgl. unseren Kommentar dazu unter „Angriffskrieg? Es dämmert einigen.“ 

Chapeau, liebe Handwerker aus Sachsen-Anhalt, ermutigend und gut gemacht und weiter so.

 


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Kategorien:Aktuelles, Deutsch-russisches Verhältnis, Viel gelesen

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