80. Jahrestag der Entmachtung der Hitlerfaschisten

Wer verbietet, statt zu feiern, hat verloren: Rechtsregierung und Stadt Hannover scheitern bei dem Versuch, Gedenken an die sowjetischen Befreier herabzuwürdigen
Der von oben verordnete Geschichtsrevisionismus gipfelte zum 80. Jubiläumstag der Befreiung Deutschlands vom Hitler-Faschismus in einer unglaublichen Farce, die vorführt, wie sich die deutsche Rechtsregierung aus CDU und SPD ostentativ in die Reihe der Verlierer von 1945 stellt. Die Stadt Hannover schmiss Mitglieder der Initiative Frieden mit Russland wegen antifaschistischer Symbole vom Ehrenfriedhof, um am Tag der Befreiung das Andenken der siegreichen Roten Armee aus den Augen und aus dem Bewusstsein zu tilgen. Doch Hannovers „grüner“ OB Onay versagte bei diesem schäbigen Versuch, denn weder die Befreiung noch die Sieger von 1945 lassen sich umdeuten oder vergessen!

Aus einer Handreichung des Auswärtigen Amts – noch unter Baerbocks Fuchtel – zitierte die Berliner Zeitung aus der Handlungsempfehlung an die Landkreise und Kommunen: „Im Inland grundsätzlich keine Teilnahme offizieller Stellen an Veranstaltungen auf Einladung von Russland/Belarus und keine Einladung an russische und belarussische Vertreter zu Gedenken von Bund, Ländern und Kommunen.“ Und weiter: „Sollten Vertreter von Russland oder Belarus bei Veranstaltungen im Inland unangekündigt erscheinen, können Einrichtungen in eigenem Ermessen und mit Augenmaß von ihrem Hausrecht Gebrauch machen.“ Begründet wurde die russophobe Linie mit einer „absehbaren“ Instrumentalisierung des Gedenkens durch offizielle Vertreter der russischen oder belarussischen Botschaft. Das Außenministerium warnte vor „Propaganda, Desinformation und geschichtsrevisionistischer Verfälschung“. So schrieb das AA: „Gleichzeitig ist zu erwarten, dass Russland (gemeinsam mit Belarus) das Weltkriegsgedenken instrumentalisieren und mit seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine missbräuchlich in Verbindung bringen wird.“

Von der Stadt Hannover wurde unter Führung ihres „grünen“ Oberbürgermeisters rund um den 8. Mai 2025 dann aber vorgeführt, wie man die besagte Instrumentalisierung des Weltkriegsgedenkens im Sinne der Regierung betreibt. Indem man sowohl Symbole der Sowjetmacht als auch der Russländischen Föderation verbietet, bringt man die Zerschlagung des Hitlerregimes durch die Sowjetunion missbräuchlich mit der Intervention der Russischen Föderation zur Entnazifizierung und Entmilitarisierung der ehemaligen Ost-Ukraine in Verbindung, um somit Sympathie (bzw. Sympathiebekundungen) für beide geschichtlichen Situationen zu unterbinden.

Geschichtsrevisionismus zum Tag der Befreiung in Hannover
Auf der offiziellen Seite der Stadt Hannover zum Tag der Befreiung, der traditionell auf dem Ehrenfriedhof am Maschsee begangen wird, will man nichts mehr von den sowjetischen Befreiern wissen, nur von „Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“, „386 Personen – überwiegend Zwangsarbeiter und KZ-Häftlingen aus ganz Europa“ und nicht näher bezeichneten „154 Personen“, „die (…) auf dem Stadtfriedhof Seelhorst durch Massenerschießungen getötet wurden“. (siehe https://www.hannover.de/Kultur-Freizeit/Architektur-Geschichte/Erinnerungskultur/ZeitZentrum-Zivilcourage/St%C3%A4dtische-Erinnerungskultur/Zentrale-Gedenktage/Tag-der-Befreiung).

Da überrascht es nicht, dass bei den alljährlichen Veranstaltungen der Stadt Hannover auf dem hiesigen Ehrenfriedhof geschichtsrevisionistische Verfälschung durch das berüchtigte „Canceln“, sprich Löschen, betrieben wird: Es ist keine Rede mehr von den hier zur letzten Ruhe gebetteten sowjetischen Kriegs- und Zivilgefangenen, die von der Hand der ortsansässigen Hitler-Schergen noch ganz zuletzt, nämlich vier Tage vor dem Einmarsch der Alliierten, erschossen worden waren. Man ehrt statt ihrer pauschal die im KZ Stöcken umgekommenen 526 Häftlinge verschiedener Nationalitäten, ohne die 154 aus der Sowjetunion stammenden antifaschistischen Kämpfer, die am 6. April per Genickschuss separat getötet wurden, auch nur zu erwähnen.

Geschichtsvergessen wurden auch in der diesjährigen Einladung mit dem Titel „Aus der Erinnerung für die Zukunft – Zentrales Gedenken zum 80. Jahrestag der Befreiung“ sowohl die sowjetischen Befreier als auch die sowjetischen Opfer der Nazi-Schergen buchstäblich totgeschwiegen, indem man schreibt:
„Am zentralen Gedenkort Ehrenfriedhof Maschsee-Nordufer wird der Befreiung vom Nationalsozialismus gedacht. In Hannover wurden unter anderem die noch lebenden Häftlinge der sieben hannoverschen KZ-Außenlager befreit – der Großteil von ihnen war bis zum Eintreffen der Alliierten durch die harten Arbeits- und Lebensbedingungen und die „Todesmärsche“ umgekommen. Anlässlich des 80. Jahrestags findet die internationale Jugendbegegnung „#you(th) remember(s)“ statt: Schüler*innen aus Athen, Warschau und den hannoverschen Schulen IGS Südstadt und St. Ursula Schule erarbeiten gemeinsam Überlegungen zu einer europäischen Erinnerungskultur, die sie uns im Rahmen der Gedenkveranstaltung präsentieren.“ (siehe https://www.igmetall-hannover.de/fileadmin/user/News/2025/Dokumente/Einladung_Ehrenfriedhof_u._KZ_Stoecken_8._Mai__web_.pdf)

Diese Darstellung folgt ganz klar der herrschenden Direktive von ganz oben, die versucht, die Rolle der Sowjetunion und ihrer Roten Armee als maßgebliche Bezwinger des deutschen Nazismus zu revidieren und statt ihrer die Alliierten als Sieger des Zweiten Weltkrieges hinzustellen. Eine unsagbare Schäbigkeit angesichts der unverdrehbaren Tatsache, dass es die Sowjetunion gewesen ist, die 27 Millionen Menschenleben opferte, um die Wehrmacht zurückzukämpfen sowie ihre Kapitulation zu erzwingen und damit der entscheidende Faktor für die Befreiung ganz Europas von der Hitlerdiktatur gewesen ist. Zweck dieses Geschichtsrevisionismus ist neben der antikommunistischen Propaganda aus der Mottenkiste des Kalten Krieges unzweifelhaft die neuerliche Absicht, Russophobie und Russenhass zu schüren, um die Aufrüstung zu legitimieren und den Widerstand seitens der EU-Bevölkerung gegen einen neuen Krieg gegen Russland zu unterdrücken.
Gesteck FmR
Sowjetstern Friedrich
Hannover demontiert sowjetische Befreier trotz Denkmalschutz
Dem Bildhauer Steffen Friedrich war unlängst aufgefallen, dass selbst das Denkmal auf dem Ehrenfriedhof der Geschichtsklitterung zum Opfer gefallen ist: Ursprünglich trug der Gedenkstein mit dem Soldaten das Symbol der Befreier, einen schwarzen Sowjetstern mit Hammer und Sichel, doch dieser ist von unbekannter Hand entfernt worden – und nie wieder ersetzt worden. Ein Unding, da das Ensemble unter Bestandsschutz steht und Ehrenfriedhöfe eine besondere Achtung genießen sollten. Um ein Zeichen gegen die barbarische Geschichtsvergessenheit im Allgemeinen und den Akt der anti-bolschewistischen Geschichtsverdrehung im Speziellen zu setzen, fertigte Bildhauer Friedrich eine Nachbildung des Sowjetsterns nach historischen Fotos und wandte sich an die Initiative Frieden mit Russland, um Unterstützung für den Plan zu finden, das Denkmal durch die Reinstallation des Sowjetsterns in seinen Originalzustand zurückzuversetzen. (Das Flugblatt zu der Aktion ist hier verlinkt.) Mit dem Flugblatt im Gepäck, mit dessen Hilfe wir die hannoverschen Besucher der Gedenkveranstaltung über diesen Vorgang aufklären und weitere Unterstützer für die Wiederherstellung des Originalzustands des Denkmals gewinnen wollten, machten wir uns am 8. Mai auf zum Ehrenfriedhof am Maschsee-Nordufer.

8. Mai auf dem Ehrenfriedhof – Stadt Hannover handelt entschieden gegen Antifaschismus
Es ist mehr als deutlich, dass die politische Spitze der Stadt Hannover dem Kurs der Kriegstreiberei und des Geschichtsrevisionismus folgt. So überraschte es nicht, dass die Veranstalter, namentlich Landeshauptstadt Hannover – ZeitZentrum Zivilcourage, IG Metall Hannover, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und Maschsee-AG, auch am Tag der Befreiung hier keine Ausnahmen machten, sondern tatkräftig Kriegspropaganda und Desinformation unterstützten.

Als wir von der Initiative Frieden mit Russland auf dem Ehrenfriedhof am Maschsee ankamen, um unser Gesteck aus roten Nelken mit der Schleifen-Aufschrift „Dank Euch, ihr Sowjetsoldaten!“ abzulegen und damit unsere Ehrerbietung den sowjetischen Befreiern gegenüber symbolisch zum Ausdruck zu bringen, wurden wir von einem Repräsentanten des hiesigen Repressionsapparates gestellt:
Frank B. mit Russlandfahne
Frank B. machte sich des Vergehens schuldig, die Völkerfreundschaft in Form der russischen Trikolore hochzuhalten, und Anke Wittkopp, Mitglied der Initiative FmR, trug zum Zeichen des tiefen Respekts vor den sowjetischen Befreiern das orange-schwarz-gestreifte St.-Georgs-Band, das den Bezwingern der faschistischen Bestie im Zweiten Weltkrieg verliehen wurde und das bis heute für den antifaschistischen Kampf steht.
Anke mit Polizei
Beide wurden von Christian Held (CDU), der vorgab, von seinem Hausrecht Gebrauch zu machen, bezichtigt, die Veranstaltung zu „stören“, indem sie „politische Meinungsäußerungen“ betrieben, die unerwünscht seien. Der Vorgang wurde von zahlreichen Veranstaltungsteilnehmern weithin hörbar verurteilt, die sich auf unsere Seite stellten und die Vorwürfe zurückwiesen.
Auf die Richtigstellung unsererseits, die Störung der Veranstaltung ginge doch jetzt offensichtlich von ihm aus, der uns an unserem stillen und respektvollen Gedenken hindere, indem er uns durch die Polizei lautstark belehren und gegen unseren Willen vom Hofe jagen lasse, fiel ihm nichts anderes ein, als immer wieder „Ich mache von meinem Hausrecht Gebrauch und verweise Sie der Veranstaltung“ zu stammeln. Ein Armutszeugnis für einen willfährigen Handlanger der oben erwähnten Baerbock’schen Handlungsempfehlung, der versucht, besagter Handreichung nachzukommen, ohne auch nur Bezug darauf zu nehmen oder sich auf die Zielpersonen zu beschränken – hochrangige russische oder belarussische Vertreter sind wir nun beileibe nicht, doch deutsche Antifaschisten sind den Herren von der Stadt Hannover offensichtlich ein ebensolcher Dorn im Auge, wie unsere Vorfahren aus dem Widerstand es den faschistischen Gesinnungsahnen der Reaktionäre von heute auch 1945 schon waren.
Frau mit Ukrofahne
Die Frau, die sich demonstrativ in eine Ukraine-Flagge gehüllt hatte und provokant auf Ukrainisch auf uns einschimpfte, durfte dagegen selbstverständlich auf dem Ehrenfriedhof bleiben. Im Hintergrund war ein Mensch mit dem Schild „Putin ist ein Kindermörder“ und ein Vertreter der MLPD mit dem Plakat „Verbot der AfD und aller faschistischen Organisationen und ihrer Propaganda!“ zu sehen – trotz unseres mehrmaligen Hinweises, dies seien doch zweifellos „politische Meinungsäußerungen“, die die Veranstaltung stören würden, waren weder Herr Held noch die Wortführerin der Polizei in der Lage, hier mit dem richtigen Maß zu messen und diese Instrumentalisierung der Gedenkveranstaltung zu unterbinden.

Wenn das AA schreibt: „Gleichzeitig ist zu erwarten, dass Russland (gemeinsam mit Belarus) das Weltkriegsgedenken instrumentalisieren und mit seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine missbräuchlich in Verbindung bringen wird,“ so ist der Umkehrschluss, dass jede willfährige Propaganda und Desinformation gemäß der Regierungs-Narrative willkommen ist, hier wieder einmal in guter alter hannoverscher Bücklingsmanier angewendet worden. Es ist eine Schande, dass den Menschen auf dem Ehrenfriedhof, die mit der antirussischen, pro-regierungspolitischen Instrumentalisierung dieses Ortes an diesem besonderen Gedenktag entschieden nicht einverstanden waren, durch die Repräsentanten der Stadt Hannover und ihrem Hilfspersonal die Möglichkeit zu einem würdevollen Gedenken genommen wurde.

Dabei hatte Hannover noch nicht einmal wie die Stadt Berlin für die Zeit um den 9. Mai eine Allgemeinverfügung erlassen, die alles verbot, was einen Bezug zu Russland oder zur Sowjetunion aufweist (wie hervorgehobene Buchstaben „V“ und „Z“, St.-Georgs-Bänder, Fahnen und Wappen wie die der UdSSR, das Abspielen und Singen russischer Marschlieder und vieles mehr). In Hannover buckelt der Held aus dem Bereich Repräsentation des Büros der Bürgermeister der Stadt diensteifrig über das vom AA vorgegebene Maß hinaus und tritt noch ängstlicher nach unten, als das überhaupt verlangt war. Wie gesagt, ein absolutes Armutszeugnis. Wie muss dem „grünen“ OB, der ihn persönlich auf uns gehetzt hat, die Muffe gehen, dass er jede Abweichung von seiner verzerrten Geschichtsdarstellung verhindern muss!

Frank D. mit Banner
Doch es kam noch unglaublicher: Selbst ein Schild mit dem historischen Foto des Rotarmisten, der auf dem Dach des Reichstags die Sowjetfahne hisst – Symbol für den Sieg über das Hitler-Regime und das Ende des Zweiten Weltkriegs – musste auf Geheiß des Herren Held unbedingt vom Platz entfernt werden. Frank Darguß, Mitglied der Initiative FmR, hatte das Schild als Zeichen der Dankbarkeit gegenüber der Sowjetarmee getragen, die mit der Entmachtung der Hitlerfaschisten Deutschland von deren Terrorherrschaft befreit hat. Er wurde ohne Erklärung vonseiten der Obrigkeit von den Polizeibütteln vom Ehrenfriedhof gezerrt.
Zu sehen ist der Vorgang in einem Instagram-Video von Ingo Jaeger, Bezirksratsherr aus Hannover-Vahrenwald, das inzwischen weite Kreise gezogen und viele Solidaritätsbekundungen hervorgebracht hat, unter anderem von aufgebrachten IGM-Mitgliedern, unter denen Darguß wegen seiner Betriebsratstätigkeit bekannt ist.
Im genannten Video ist einer von ihnen, IGMetaller Werner Dziony, langjähriger Betriebsrat bei VW, zu sehen und zu hören, wie er sich über den Rausschmiss des Antifaschisten Darguß vom Ehrenfriedhof empört: „Das lasse ich mir nicht gefallen, dass die Millionen toten Sowjetsoldaten und zivilen Bürger der Sowjetunion mit Füßen getreten werden! Jeden Abend in der Tagesschau wird dieses Bild gezeigt, und hier darf es nicht gezeigt werden – das ist Geschichtsleugnung! Das ist schlimmer als was die AfD und die anderen Faschisten machen!“

Die Hannoversche Allgemeine Zeitung beeilte sich, bei ihrem Bericht am Folgetag hervorzuheben, dass die gesamte Veranstaltung in das gleiche geschichtsverdrehende Horn geblasen hatte, indem sie unter der bezeichnenden Überschrift „Ohne russische Beteiligung: Hannover erinnert mit Gedenkfeier an das Kriegsende vor 80 Jahren“ Baerbock-Fan OB Onay zitierte, der noch einmal geschichtsklitterte: Zitat HAZ
Der Redakteur Simon Benne blieb dagegen im Rahmen seiner beschränkten Möglichkeiten bei der Wahrheit, als er schrieb:
Zitat Onay
Das Wörtchen „angeblich“ hätte er sich jedoch schenken können – denn wer das Glashaus mitbaut, sollte lieber nicht mit Steinen um sich werfen.

9. Mai – Tag des Sieges für Antifaschisten
Die „russische Beteiligung“ fand traditionsbewusst angesichts der Tatsache, dass der Tag des Sieges über den Nazismus in Russland seit 1945 am 9. Mai gefeiert wird, am darauffolgenden Tag auf dem Ehrenfriedhof statt. Ein paar Mitglieder unserer Initiative waren zugegen und konnten zahlreichen (Deutsch-) Russen ihre Glückwünsche zum Tag des Sieges aussprechen, wie es unter den Völkern der ehemaligen Sowjetunion üblich ist. An diesem Tag verklärte keinerlei Schikane vonseiten der Stadtspitze die strahlenden Gesichter der stolzen Kriegs-Urenkel, die, festlich gekleidet und mit Pilotka-Schiffchen als Kopfbedeckung sowie Georgsbändern geschmückt, mit Fotos ihrer heldenhaften Ahnen posierten, und niemand hinderte ihre Familien daran, ihre Blumengestecke feierlich niederzulegen. Unser Engagement zugunsten der Reinstallation des Sowjetsterns rief viel Zuspruch hervor. Ohne Einmischung durch die sowjet- und russenfeindliche Obrigkeit waren hier herzliche Gespräche zwischen deutsch- und russischstämmigen Hannoveranern möglich – so geht ehrenvolles Gedenken und Völkerverständigung unter Gleichgesinnten!

Initiative Frieden mit Russland beim Tag des Sieges in Stukenbrock
In der Hoffnung, die Behörden würden sich angesichts der zu erwartenden Menge von (deutsch-) russischen Gästen (im Vorjahr etwa 3000, siehe Bericht hier) keine derartigen Schikanen erlauben, reiste eine kleine Delegation der Initiative FmR am 9. Mai erneut zur Siegesfeier in die ostwestfälische Gemeinde Schloß Holte-Stukenbrock. Die Veranstalter der Feier aus der (deutsch-) russischen Community Norddeutschlands hatten dieses Jahr noch größer aufgefahren und so bot sich uns bei Ankunft auf der neben dem Ehrenfriedhof sowjetischer Kriegsgefangener gelegenen Festwiese der Anblick einer professionellen Bühne inklusive symbolträchtiger Dekoration, einer durchdachten Getränkeausgabe mit ansprechendem Snack- und Kuchenbüfett, ordentlicher Dixiklo-Batterie und einem ansehnlichen Fahnenmeer; Siegesfahnen der Roten Armee wechselten sich mit Sowjetfahnen, russischer Trikolore und Flaggen wie denen Kasachstans, Kirgisistans, Belarus und anderen ehem. Sowjetstaaten ab. Georgsbänder konnte man an einem separaten Stand bekommen und viele der Gäste trugen Pilotka, waren mit der kompletten ikonischen Uniform der Roten Armee gekleidet oder mit Teilen ihrer Offiziersausrüstung inklusive Verdienstorden geschmückt.
Obelisk mit Blumen
Das Generalkonsulat der Russischen Föderation in Bonn legte einen prächtigen Kranz mit weiß-blau-rotem Blumenschmuck am Mahnmal auf dem Ehrenfriedhof nieder und machte damit den Anfang des Unsterblichen Regiments, zu dem sich Nachfahren der Angehörigen der Roten Armee vereinen, um die Porträtfotos ihrer im Krieg gefallenen Ahnen zur Gedenkstätte zu tragen und ihnen mit dem Ablegen blumiger Grüße ein respektvolles Gedenken zu erweisen. Auch der Gedenkgottesdienst der orthodoxen Kirchengemeinden der Region in der offenen Kapelle im hinteren Teil des Friedhofgeländes vor mehreren hunderten Teilnehmern des Unsterblichen Regiments durfte nicht fehlen.
Unser Blumengesteck aus roten Nelken, das wie im vergangenen Jahr die Aufschrift „Dank Euch, ihr Sowjetsoldaten!“ trug, legten wir ebenfalls am Fuße des Obelisken nieder, den eine kleine Gruppe Überlebender zu Ehren ihrer im Kriegsgefangenenlager (STALAG 326/ Stammlager VI K) umgekommenen Mithäftlinge errichtete.

Das Gefühl der Hochachtung sowie Dankbarkeit den hier im Kampf um unser aller Befreiung von der Terrorherrschaft der Hitlerclique umgekommenen Sowjetsoldaten gegenüber mischte sich mit der großen Erleichterung darüber, dass ihr Gedenken an diesem Ort ein ums andere Jahr angemessen würdevoll gestaltet wird und ungeschmälert bleibt. Hier fühlt es sich gut und richtig an, sich mit der deutsch-russischen Freundschaftsfahne in den Kreis derer einzureihen, die ihn teilen, den tiefen Respekt vor den ruhmreichen Bezwingern der deutsch-faschistischen Menschenfeinde.

Auf der Festbühne fanden viele Kulturbeiträge statt, die diesem Gefühl mithilfe von Liedern aus dem Fundus des Großen Vaterländischen Krieges Ausdruck verliehen, es kamen aber auch verschiedenste junge und erwachsene Chorgruppen sowie Sängerinnen und Sänger mit moderneren russischsprachigen Gesangseinlagen zum Zug, und das Tanzbein wurde bei strahlendem Sonnenschein auf der festlichen Wiese gerade als Zeichen der ehrlichen Ehrenbezeugung den Gefallenen gegenüber geschwungen, die ihr Leben ja dafür eingesetzt haben, damit ihre Nachkommen und mit ihnen die Völker Europas in Freiheit leben können.
Stukenbrock Menge
Dafür gilt ihnen unser ewiger Dank – und ein spezieller gilt den heutigen Rettern der ehrenhaften Gedenkkultur, die keine Kosten und Mühen scheuen, um die Ewige Flamme am Brennen zu halten, sie zu nähren und zu schüren, auf dass sie sich geschichtsbewusst über die gesamte Republik ausbreite und wir niemals vergessen und niemals verdrehen, wer vor 80 Jahren die antifaschistischen Helden in der Geschichte waren – und es bis heute sind!

Anke Wittkopp, Initiative Frieden mit Russland, Hannover



Kategorien:Aktuelles

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